Softwareverteilung: Kosteneinsparung mit Methode

Der Einsatz einer neuen Software oder Anwendungsversion kommt in Unternehmen (hoffentlich) eher selten vor. Nahezu wöchentlich gilt es aber, die bestehenden Programme auf den aktuellen Versionsstand zu bringen. Gute Turnschuhe und Nerven sind gefragt – oder der Einsatz einer Softwareverteilungslösung.

Das Standard-Setup

Einheitlichkeit spart Kosten. Dies gilt im IT-Bereich sowohl für Hard- wie auch für Software. Je weniger unterschiedliche Modelle an Servern, PCs oder Drucker im Einsatz sind, desto plan- und dokumentierbarer ist der Support. Dies weiß jeder, der einmal im IT-Service eines Unternehmens tätig war. Wenn es um Software geht, wird dies auch für den Anwender einsichtig. Gegenseitige Anregungen und Hilfestellungen sind nur dann nützlich, wenn beide Gesprächspartner dieselbe Version und Konfiguration verwenden.

Die Unternehmensvorgaben

Einheitliche Konfigurationseinstellungen bieten aber viel mehr. So kann dies auf dem Gebiet der IT-Sicherheit eine große Rolle spielen (von Proxy-Einstellungen bis hin zum Office-Trustcenter) oder auch „nur“ den Einsatz von Software anwenderfreundlicher gestalten. Der entscheidende Punkt in dieser Hinsicht ist aber die Gewissheit: jeder PC, jedes Notebook, egal ob seit Monaten im Einsatz oder gerade neu ausgegeben verfügt über dieselbe Konfiguration von Software X und Y. Nach sorgfältiger Planung ist es nur ein kleiner Schritt vom Standard-Setup zum firmenindividuell gestalteten Arbeitsplatz.

Updates und Patches

Ein einheitlicher Rollout von Software und Konfiguration kann bei gut programmierter Software auch ohne zusätzlichen Einsatz kostenpflichtiger Tools erledigt werden. Das Erst-Setup erfolgt dann über ein frei verfügbares Anpassungsprogramm (wie z.B. einen „Customization Wizard“ im Fall von Adobe Reader oder Microsoft Office) und eine eventuelle Anpassung der Einstellungen über die Registry mithilfe der Gruppenrichtlinien im Active Directory.
Nahezu unmöglich ist aber beim Einsatz jener Bordmittel der regelmäßig wiederkehrende Vorgang des Software-Patchens. Egal ob Firefox, Adobe Flash, Adobe Reader oder Java: das Schließen der Sicherheitslücken muss unternehmensweit schnell und möglichst einfach erfolgen. Und ganz entscheidend: die Verteilung muss gewährleistet sein – prüfbar und notfalls als Problemticket zur Nachbearbeitung verfügbar (Report).

Verteilung und Kontrolle

Spezielle Anforderungen der Verteilung sollten an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden. Die Palette an „Ausnahmen“ reicht von Teleworkern, deren PC nie im Unternehmen ans Netzwerk angebunden wird und nur über eine schlanke Internetleitung ansprechbar ist, bis hin zu Arbeitsstationen, die nicht in die Domäne eingebunden werden können oder sollen. Hier führt kein Weg an einer Deployment-Lösung vorbei.
Einen wesentlichen Vorteil beim Einsatz einer Verteilungssoftware schätzt der Support. Die Parametrisierung des Rollouts. Vielfältige Filter können bei jedem einzelnen Paket hinterlegt werden. Dies reicht von zeitlichen Einschränkungen (Software XY wird in Abteilung Z erst in der kommenden Woche installiert) über Abhängigkeitsbeziehungen (nur wenn PC schon jene Software installiert hat oder jene Konfiguration unterstützt) bis hin zu temporären Installationen (Software wird deinstalliert, wenn der Rechner in eine andere Abteilung wechselt).

Mehr als nur Software

Die automatisierte Verteilung von Software ist aber nur ein Teil der praktischen Nutzung einer solchen Lösung. Neben den „großen“ Aspekten bringt der Einsatz gerade bei kleinen (aber wichtigen) Änderungen eine unbezahlbare Entlastung der internen IT-Abteilung. Ein Beispiel gefällig? Nicht wenige Anwendungen speichern – zusätzlich zur Registry – Ihre Einstellungen in Dateien. Firefox und Adobe Reader sind davon nur die bekanntesten. Die Manipulation solcher Dateien ist nur mit aufwendiger Skript-Programmierung lösbar. Der Einsatz einer Verteilungssuite regelt dies über einfache Assistenten und – entscheidend – bringt eine Rückmeldung zum Erfolgsstatus.

Zentral = Übersichtlich

Für viele Herausforderungen auf dem Gebiet der Softwareverteilung und -anpassung gibt es diverse Software-Tools. Das eine Utility erledigt das Skripten perfekt für den Administrator, das andere unterstützt die Manipulation einer Software bis in das letzte Bit. Das – weit verbreitete – Problem beim Einsatz derartiger Tools zeigt sich schnell nach einiger Zeit: die Übersicht geht verloren. Die Praxis in Unternehmen zeigt immer wieder, dass ein Mitarbeiter viel Zeit für derartige Skripts aufwendet – und es funktioniert perfekt. Spätestens aber wenn es darum geht im Team ein Problem zu lösen, wird dieser Weg zum Verhängnis. Ganz zu schweigen von dem Fall, wenn eben jener Supportmitarbeiter das Unternehmen verlässt.

Teamfähig weil zentral

Viele Tools, viele Lösungen für viele Probleme. Das ist der Alltag einer schlecht organisierten IT-Verwaltung. Kurzfristige Einsparungen täuschen über einen steigenden Aufwand und damit erheblichen Personalkosten hinweg. Unabhängig von den Kosten leidet aber auch die Qualität darunter. Nichts spart mehr an unnötigem Supportaufwand als eine einheitliche Konsole, die binnen Minuten einen eindeutigen Überblick über die aktuelle Situation im IT-Netzwerk ermöglicht. Und jeder IT-Supporter weiß: Übergangslösungen („quick and dirty“) leben am längsten.

Kosten und Einsparungen

Der Einsatz einer Softwareverteilungslösung ist mit einigen Kosten verbunden. Meist ist dazu ein dedizierter Server bereitzustellen. Neben der notwendigen Hardware fallen Lizenzkosten für den Windows-Server und vielleicht sogar noch für die benötigte SQL-Datenbank an. Für kleine Unternehmen bedeutet dies sicherlich eine Erstinvestition, deren Nutzen vorab geprüft werden sollte.
Jede IT-Verwaltung, die Wert auf eine einheitliche und im Support kostensparende EDV-Landschaft legt, wird aber um eine Softwarelösung auf diesem Gebiet nicht verzichten wollen / können. Der Turnschuh-Service mit all seinen Anfälligkeiten und ohne jegliche Rückmeldung kann keine verantwortliche Alternative sein.

Return on Investment (RoI)

Software-Management verfolgt zwei Ziele: Senkung der PC-Betriebskosten (TCO) und Steigerung der Qualität. Ein modernes Netzwerk erfordert eine kontinuierliche Administration, zumal sich die Anwendungssoftware in einem permanenten Entwicklungsprozess befindet. Ständig muss Software neu installiert oder auf den aktuellen Stand gebracht werden. Die dabei entstehenden Kosten sind erheblich. Die Zentralisierung und Automatisierung dieser ständig wiederkehrenden IT-Arbeiten rechnet sich meist rasch. Die Qualitätssteigerung ist nahezu unbezahlbar.

Fragen dazu? Nutzen Sie die Kommentarmöglichkeit in diesem Blog oder kontaktieren Sie einen unserer Consultants.


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1 Antwort

  1. 23. Januar 2015

    […] Deinstallation im gesamten Netzwerk ist nicht nur technisch eine Herausforderung. Ohne eine zentrale Verteilungslösung geht hier nichts. Ein wenig beachteter Punkt im Rahmen der meisten IT-Lösungen von Unternehmen. […]

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