CPU-Monitoring – wenn der Prozessor durch die Decke geht

Rechtzeitig informiert zu werden, ist die Basis jeder Art von IT-Monitoring. Eine Grundlage dafür bildet die Überwachung der CPU-Auslastung aller Systeme. Ist ein Maß an Prozessorlast überschritten, so ist rasches Handeln des Admin gefragt.

Die Rechnerlast

Aktuelle Hardware hat selten mit Engpässen bei Prozessoren zu tun. Meist liegen die Schwachstellen an Leistung an anderer Stelle. Umso wichtiger ist die sofortige Verständigung des Serveradministrators, wenn wirklich einmal die CPU-Auslastung für einige Zeit an die obere Grenze stößt. Eine schnelle Reaktion kann so mancher Beschwerde der Anwender zuvorkommen.

Wenn Dienste nicht dienen

Im IT-Alltag passiert so manches ohne Vorwarnung und vorhersehbare Ursache. Der Klassiker ist wohl sicherlich ein Server, welcher seit Tagen problemlos läuft und plötzlich – ohne Änderungen vorgenommen zu haben – verrückt zu spielen scheint. Von gleich auf jetzt greift sich ein sonst so harmloser Dienst die gesamte Leistung und macht auch keine Anstalten, diese wieder freizugeben.

Anwender als "Monitor"?

Anwender als „Monitor“?

Vorfälle dieser Art sind vor allem auf Systemen ärgerlich, die von mehreren Nutzern gleichzeitig beansprucht werden. So lähmt die fehlende Leistung eines Servers gleich eine ganze Reihe von Mitarbeitern an deren Arbeit. Citrix-Server oder Terminaldienste von Microsoft fallen in diese Kategorie. Reagiert der Administrator nicht schnell genug, drohen eine Vielzahl von Produktivitätsausfällen auf User-Seite. Sogar Datenverluste sind dann nicht mehr auszuschließen.

Schnelle Reaktion dank Monitoring

Schnelle Reaktion dank Monitoring

Die Kleinigkeit bringt Katastrophen

Aber auch andere Kleinigkeiten bringen ungewohnte Folgen mit sich. Aus der Praxis: Eine einzige E-Mail hängt im Exchange Server. Die Zustellung wird verweigert. Als Folge spielt der Transport-Dienst des Servers verrückt und krallt sich die gesamte CPU. Jetzt setzen auch die Verbindungsprobleme aller Clients ein. Es geht nun keine einzige Mail mehr raus.

Schnelle Reaktion spart Arbeit

Die umgehende Verständigung des Exchange-Administrators hilft hier nicht nur zu einer rascheren Beseitigung des Problems. Die sofortige Analyse erspart auch Arbeit, da sich meist die Probleme eines Systems zur großen Katastrophe ausbreiten. Ist die problematische Mail – wie im Beispiel als Verursacher identifiziert – bereinigt, läuft alles wieder wie gewohnt. Die Verzögerung der Mailzustellung bleibt minimal.

CPU-Monitoring: Mehr als Fehlermeldung

Die Überwachung der Auslastung macht aber nicht nur für den Fehlerfall Sinn. Auch die Erkennung von Trends in der Prozessorlast bietet eine unbezahlbare Hilfe für die IT-Abteilung. In diesem Fall erfolgen keine Alarme. Ausgewertet werden mittel- und langfristige Perioden, die dem IT-Leiter wertvolle Auskünfte geben.

Ein Virtualisierungskandidat?

Die Einsatzgebiete sind vielfältig:

  • Eignet sicher der Server für die geplante Virtualisierung? Oder ist dieser bereits eine virtuelle Maschine und sollte besser auf einen anderen Host?
  • Verfügt der virtuelle Server eventuell über zu wenig zugewiesene vCPUs? Ist das Virtualisierungs-Setup reif für eine Überarbeitung?
  • Ist die CPU-Leistung eine normale Folge der ansteigenden Nutzung? Wie sieht die CPU-Nutzung des Hosts einer virtuellen Plattform aus?
  • Sind es Spitzenlasten, die nur zu gewissen Zeiten auftreten? Eventuell eine Baustelle für das Ressourcen-Management in der VMware-Umgebung…
  • Welche Systeme sind nicht ausgelastet und eigenen sich (vielleicht) für eine Virtualisierung? Kampf den Stromfressern!

Die Prozessorlast des Webservers

Neben den klassischen Kandidaten im Netzwerk bietet sich vor allem auf dem Webserver die Überwachung der CPU-Auslastung (u.a.) an. Fallen die Antwortzeiten des Systems unter einen gewissen Schwellwert, so sinkt die Akzeptanz der Besucher dramatisch. Die manuelle Prüfung macht wenig Sinn, da eine Überlastung meist nur temporär auftritt und schwer zu greifen ist. Das Monitoring-System ist unerbittlich und prüft regelmäßig. Der Administrator muss nur noch die Grafiken auswerten.

Mehr als CPU-Überwachung

Um eine fundierte Aussage über die Schwachstellen eines Systems treffen zu können, ist sicherlich mehr als nur die Aufzeichnung der verbrauchten CPU-Leistung notwendig. Nicht selten treten unübliche Werte als Folge ganz anderer Probleme auf. In Kombination mit einigen anderen Sensoren (RAM, HD-Auslastung, aktive User, Festplattenplatz etc.) bietet der CPU-Monitor aber einen ungeheuren Mehrwert in der Fehleranalyse wie auch der Kapazitätsplanung. Ein Grundbaustein von IT-Monitoring.

Nicht nur auf Servern

Was gerne vergessen wird: Die Prozessorlast ist nicht nur auf Serversystemen eine aussagekräftige Variable. Für ein Troubleshooting auf NAS-Systemen und Netzwerkgeräten wie Switches, Router, Firewalls bieten die CPU-Leistung gleichfalls einen wertvollen Indikator – und sei es auch nur für die Problemanalyse ohne Langzeitauswertung.

 


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