Das Web intelligent und einfach lesen – mit Feedly

Wie kommen Sie an interessante Beiträge im Internet? Wie schaffen Sie es, keinen Artikel Ihres Lieblingsblog zu versäumen? Was gibt es Neues auf der Homepage Ihrer bevorzugten Zeitschrift? Der Nutzung des RSS-Protokolls und eines entsprechenden Readers macht dies einfach. Mit dem Cloud-Dienst Feedly geht es aber noch besser.

RSS, der automatisierte Sammler

Das RSS-Protokoll haben wir in diesem Blog schon mehrmals erwähnt. Die Technik dahinter ist einfach. Alle Beiträge auf einer Webseite oder in einem Blog werden dabei – vereinfacht ausgedrückt – als Liste dem potentiellen Leser zur Verfügung gestellt. Diese XML-Datei wird von einem passenden RSS-Reader ausgelesen und nach neuen Elementen (seit dem letzten Besuch) durchsucht. Die Technik ist für den Leser uninteressant. Umso wichtiger: Er oder sie bleibt immer auf dem aktuellsten Stand der Veröffentlichungen, ohne jede einzelne Website ansurfen zu müssen. Einfach und effizient.

Der Workflow mit Feedly

Einfach Informationen Sammeln und Ablegen

Wie funktioniert Feedly?

Feedly: Einen Feed hinzufügen

Feed hinzufügen

Normalerweise benötigen Sie an diesem Punkt einen RSS-Reader, der für Sie dann jeden einzelnen Feed – also die Artikelliste im XML-Format – abruft und aufbereitet. Der Cloud-Dienst Feedly macht diese Vorgehensweise noch einfacher, indem er für Sie alle eingestellten RSS-Feeds automatisch, ohne Ihr Zutun, durchforstet und das Ergebnis beim Zugriff fertig präsentiert. Das ist aber nur der Anfang.

Collections – die individuelle Sammlung

Feeds kategorisieren

Feeds organisieren

Um die einzelnen „Feed-Abonnements“ für die Lektüre besser zu organisieren, bietet Feedly die Anordnung in „Collections“ an. Dies entspricht einer Ordner-Struktur, mithilfe der sie die wachsende Anzahl an Abos nach Themengebieten oder Schwerpunkten (privat, beruflich) sortieren und quellenübergreifend lesen können. Beispiel: Sie haben mehrere Feeds für Ihren nächsten Urlaub abonniert. Die Sammlung „Urlaub“ stellt Ihnen dann alle neuen Artikel oder Videos von allen untergeordneten RSS-Abos auf einen Blick bereit.

Nie mehr etwas versäumen

Naturgemäß ist nicht jeder Beitrag einer Webseite von Interesse. Hier hilft Feedly durch eine kompakte Voransicht jedes Artikel, die neben dem Titel auch die ersten Zeilen enthält. Auf diese Weise kann auch eine große Menge an Neuerscheinungen schnell mit dem eigenen Interesse abgeglichen werden. Gelesen wird nur das, was wirklich relevant ist.

Feedly: Must Read

Priorisieren einfach gemacht

Der entscheidende Vorteil dabei ist aber, dass nie wieder ein Artikel von Interesse versäumt wird. Auch Informationen von Nischen-Blogs, die vielleicht nur selten neue Beiträge einstellen, landen zuverlässig in der Feedly-Liste. Die Veröffentlichung hätten Sie sicherlich versäumt oder viel zu spät über andere Quellen erhalten. Derselbe Vorteil gilt aber auch in anderer Richtung: Finden Sie für einige Wochen keine Zeit, die Publikationen Ihres Lieblingsblogs zu verfolgen, so sammelt Feedly diese zuverlässig. Wann die Zeit zum Lesen ist, bestimmen Sie!

Später lesen

Ich persönlich bevorzuge die Trennung von Sichten und Lesen. Die Masse an (vielleicht) interessanten Beiträgen macht es notwendig und die „Abarbeitung“ wird effizienter. Auch für diese Arbeitsweise ist Feedly das ideale Instrument. In Kombination mit Pocket, dem kostenlosen Service für das Später-Lesen, wird Feedly – abgesehen von absolut wichtigem Lesestoff – nur zur Sichtung verwendet. Artikel, die von Interesse sein könnten, landen mit einem Klick in Pocket. Der Rest an uninteressanten Beiträgen verschwindet auf dieselbe einfache Weise aus der Feedly-Übersicht („als gelesen markiert“). Sie werden staunen, wie schnell auf diese Weise auch fünfzig oder hundert Neueinträge zeitsparend „abgearbeitet“ werden können. Wer lieber alles in Feedly macht: Auch hier gibt es eine Bookmark-Option („Save for later“).

Der individuelle Workflow

Feedly auf dem iPhone

Feedly auf dem iPhone

Die große Stärke von Feedly liegt aber mit Sicherheit in der Vielzahl angebundener Dienste, die jeder individuell zur Abbildung des persönlichen Workflows nutzen kann. Neben Pocket können einzelne Artikel in Evernote oder OneNote abgelegt oder über Twitter, Facebook und E-Mail weiterverbreitet werden. Wer die kostenpflichtige Premium-Version von Feedly nutzt, kann sogar einzelne Artikel direkt im PDF-Format in seine Dropbox (genannt „Feedly Vault) befördern. Speichern, Ablegen und Teilen – ein weiterer Baustein für das eigene Wissensmanagement. Kleiner Tipp: Jeder YouTube-Kanal verfügt über einen RSS-Feed. Auch diesen können Sie mit Feedly abonnieren und versäumen nie wieder ein Video Ihres YouTube-Lieblings.

Feedly und die Apps

Feedly selbst stellt neben der Weboberfläche für iOS und Android eine eigene App zur Verfügung. Wem diese nicht zusagt, der findet aber auch viele gute Anwendungen anderer Hersteller, die das Lesen des Feedly-Feeds ermöglichen und sogar noch verbessern. Wichtig an dieser Stelle: Jede App bietet wiederum seine eigenen Speicher- und Teilen-Funktionen. Bringt also die Feedly-App nicht die gewünschte Funktion, so lohnt der Blick über den Feedly-Rand. So bietet Reeder auf dem iPhone und iPad nicht nur eine schöne Oberfläche, sondern auch eine Masse an Export- und Sharing-Plattformen zur weiteren Verarbeitung von wertvollen Beiträgen. Auf Windows-Seite (Desktop und Phone) bietet sich der „NextGen Reader“ an. Hier sind die Möglichkeiten zwar limitiert, die Aufbereitung der Feed-Beiträge ist aber sehenswert. „Press für Android“ hat die Anwendergunst auf deren Plattform. Letztlich sollte der App-Markt für jeden etwas bieten – Hauptsache die Feedly-Anbindung läuft zuverlässig und synchronisiert fehlerlos.

Reeder auf dem iPad

Die App „Reeder“ auf dem iPad

Inhalte finden

Feedly Sharing

Teilen von RSS-Artikeln

RSS ist ein völlig unterschätztes Protokoll. Deshalb ist der Hinweis zum Feed auf vielen Webangeboten auch nur schwierig zu finden. Das RSS-Symbol führt ein stiefmütterliches Dasein und so bleibt dem Interessierten oft nur eine mühsame Suche. Auch hier bietet Feedly seine Unterstützung an. Einmal im Feedly-Webinterface eingeloggt, bietet der Dienst eine gute Suchfunktion. Testen Sie es mit Ihrer Lieblingspublikation. Wenn es einen Feedly-Abonnenten gibt, wird Feedly den passenden RSS-Eintrag finden. Sie müssen nicht einmal wissen, was RSS ist.
Eine weitere Quelle für interessante RSS-Quellen bieten die eigenen Feedly-Abonnements. Haben Sie den RSS-Feed eines Webauftritts abonniert, so bietet Feedly automatisch Vorschläge über ähnliche Inhalte. Diese stammen von den Vorlieben anderer Nutzer, die auch diesen Feed abonniert haben. Sicherlich immer einen Blick wert. Abbestellen können Sie jeden Feed zu jeder Zeit.

Fazit

Wer einmal die Möglichkeiten von RSS entdeckt hat, der wird es im Alltag – privat oder beruflich – nicht mehr missen wollen. Feedly bietet dazu nicht nur die ideale Oberfläche, sondern auch noch eine Vielfalt an Zusatzfunktionen, die den eigenen Informationsworkflow auf eine neue Stufe heben. Die kostenlose Version enthält bereits alles, was der Standard-Anwender benötigt. Das preisgünstige Premium-Abo sollten alle Nutzer aber schon aus Solidarität erwerben. Hier wird schließlich ein Werkzeug geboten, das abseits der heutigen Datensammelwut werbefrei und mit Top-Qualität konkurrenzlos der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Dies sichert uns auch in Zukunft ein essentielles Werkzeug für Inhalte in den unendlichen Weiten des Web.

 

 


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