Notebook beschleunigen. Lohnt die SSD-Umrüstung?

Die Aufrüstung von Computerhardware im Enduser-Bereich gehört (mit wenigen Ausnahmen) der Vergangenheit an. Aufgrund des Verfalls der Hardwarepreise bei gleichzeitiger Beschleunigung der Modellveröffentlichungen lohnt sich die »Bastelei« meist nicht.

Dies trifft im speziellen auf Notebooks zu, deren Flexibilität im Hardware-Bereich ohnedies beschränkt ist. Eine Ausnahme könnte die jüngste Entwicklung im Festplattenbereich darstellen. Ein detaillierter Blick auf den Umstieg zur SSD-Technologie…

Altes Notebook, neue Festplatte?

Wie lange soll ein Notebook benutzt werden, bis es durch eine neue, und schnellere Generation ersetzt wird? Die Antwort fällt – je nach Anforderung und Nutzung – meist unterschiedlich aus. Als grobe Richtlinie dient wohl die 3-Jahres-Marke. Dann sind mehrere entscheidende Hardwarekomponenten nicht mehr performant genug.

Was aber, wenn der Rechner den eigenen Ansprüchen fast genügt und vor allem der Prozessor noch nicht an dessen Grenze gelangt? Die Festplatte kann (!) im Praxisbetrieb ein eindeutiger Flaschenhals werden. Gerade bei Notebooks spielt der Bootvorgang bzw. dessen Dauer eine entscheidende Rolle. Ein auf den Mobilbetrieb ausgelegtes Gerät wird ja nicht selten mehrmals täglich in den Schlaf versetzt und wenig später wieder „geweckt“. Und genau bei diesem Vorgang (und noch viel mehr beim Standard-Bootvorgang) wird die Performance der Festplatte gefordert.

Kleiner, leichter, schneller

Diese drei Eigenschaften gehören heute zum Standard, wenn es um die Modellpflege der Hersteller geht – leider. Größere Innovationen werden damit zur werbetechnischen »Revolution« (siehe Apple).

Der Tausch einer SATA-Festplatte gegen eine auf Flash-Speicher basierende ist alles andere als revolutionär. Ein Geschwindigkeitsvorteil kann dennoch den Arbeitsalltag erleichtern, da ein Warten auf den Rechner die eigene Produktivität ziemlich hemmt.

Vorteile der SSD-Technologie

Zum aktuellen Zeitpunkt liegen die Preise für 2,5-Zoll Festplatten auf SSD-Basis um ein Vielfaches höher als die als Standard verbauten SATA-Speicher. Da muss schon einiges an Vorteilen vorhanden sein.

  • Geschwindigkeit: Dies ist sicherlich der Kaufgrund. Da die Lesevorgänge bei diesem Medium nicht mehr auf den bewährten Schreib-/Lesekopf beruhen, sondern im Direktverfahren absolviert werden, ist ein deutlicher Performancegewinn zu verzeichnen. Die neuen Zugriffszeiten, gerade wenn es um fragmentierte Daten geht, lassen den nicht gerade verwöhnten Notebook-User schon mal staunen. Für technisch interessierte ist zu diesem Aspekt der Artikel (xxx) zu empfehlen.
  • Robust: Da in einer SSD-HD keine mechanischen Teile mehr die Arbeit erledigen, ist dessen Anfälligkeit für Erschütterungen o.ä. auch dementsprechend gering. Ein bei Notebooks ebenfalls nicht zu unterschätzender Vorteil.
  • Geräuschlos: Wie von anderen Flash-Medien wie USB-Sticks gewohnt – kein Ton ist beim ständigen Zugriff auf die Datenblöcke zu vernehmen. Ein gutes Notebook ist aber bereits heute nahezu geräuschlos.
  • Energiesparend: Obwohl dieser Punkt in speziellen Bereichen recht umstritten ist (vor allem bei heftigen Schreibzugriffen), bleibt es für den mobilen Anwender ohne Frage ein klarer Vorteil. Gerade bei Arbeiten mit wenig Festplattenaktivität (Surfen im Web, Schreiben an Word- oder Excel-Dokumenten, etc.), was den Großteil der Notebook-Nutzung ausmacht, bringt die Effizienz die Akkulaufzeit auf neue Höhen. Ein beim Notebook-Einsatz immer sehr gefragter Punkt.

Viele Vorteile, aber …

Neben dem (noch) hohen Preis haben die SSD-Platten vor allem einen Nachteil – und dieser kann sehr gravierend sein: So sind die einzelnen Zellen, aus denen die Medien bestehen, nur begrenzt oft beschreibbar (Details dazu im Chip-Artikel). Danach ist die Zelle als tot zu betrachten.

Da gerade Windows-Systeme (rein schon vom Betriebssystem) ziemliche Festplattenstresser sind, wäre ohne Gegenmaßnahmen eine solche Festplatte binnen Stunden unbrauchbar. Für eine bessere Steuerung der einzelnen Zellennutzung sorgt der SSD-Controller. Je effizienter und intelligenter dieser arbeitet, umso länger lebt die Platte. Der entscheidende Faktor.

SSD – Qualität oder gar nicht

Bei herkömmlichen Festplatten gibt eine Breite Palette qualitativ hochwertiger Hersteller bzw. Vermarkter. Obwohl auch hier ein wenig Lektüre vorab gut tut, ist dies auf dem aktuellen SSD-Markt absolute Pflicht!

Samsung 850 Pro MZ-7KE256BW 256GB interne SSD (6,3 cm (2,5 Zoll), SATA III) schwarz
  • SSD 6,3 cm (2,5 Zoll)
  • Schnittstelle: SATA 6 Gb/s, Abwärtskompatibel zu SATA 3 Gb/s und SATA 1,5 Gb/s; Samsung 3-core MEX Controller
  • Abmessungen: 100 x 69,85 X 6,8 mm
  • Cache-Speicher: Samsung 512 MB Low Power DDR2 SDRAM

Letzte Aktualisierung am 27.10.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

So gibt es zum Teil enorme Preisunterschiede. Diese beruhen aber auch auf technologische Unterschiede und unterschiedliche Komponenten. Preiswert kaufen ist gut. Billig shoppen kann hier aber ziemlich ins Auge gehen.

Was nutzt das „gesparte“ Geld, wenn dann zum einen die Performance so gar nicht SSD-like ausfällt und die Platte außerdem nach kurzer Zeit eine Vielzahl an defekten Zellen aufweist?

Helfen Sie Ihrer Platte länger zu leben!

Da aber auch eine hochwertige Platte unter den genannten Folgen „by Design“ leidet, ist eine angepasste Konfiguration des Betriebssystems hilfreich. Dies gilt vor allem, wenn Sie eine bestehende Festplatte zu einem SSD-Pendant migrieren.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen:

  • Defragmentierung abschalten. Bei Solid-State-Drives spielt eine Fragmentierung keine Rolle, da die Zugriffslogik eine andere ist. Das ständige Verschieben gespeicherter Daten beim so gewohnten Aufräumvorgang verkürzt aber die Lebenszeit des Mediums. Prüfen Sie folglich, ob diese Funktion auf Ihrem System noch aktiv ist. Am einfachsten handzuhaben: den Dienst in der Systemsteuerung einfach deaktivieren.
  • Prefetch und Superfetch deaktivieren. Stark vereinfacht ausgedrückt. Diese Mechanismen nutzt Windows, um häufig benötigte Daten und Programme an schnell zugänglichen Stellen der Festplatte zu positionieren bzw. dorthin zu verschieben. Auch hier gilt: Da dies keine Vorteile mehr bringt, sollte es abgeschaltet werden. Die Änderungen sind über die Registry vorzunehmen, sollten also nur von versierten Nutzern selbst vorgenommen werden. Eine Anleitung dazu (auf eigene Verantwortung) finden Sie auf dem Blog von Antary.de.

Alte raus, neue rein?

Was bei einem neuen Notebook mit integrierter SSD-Platte noch ganz einfach ist und meist völlig negiert wird, wird bei einer Migration eines bestehenden Systems zur Herausforderung.

In der Theorie ganz einfach: Ein Image der alten Festplatte ziehen und auf die neue SSD-Platte kopieren. Dann noch ein wenig anpassen und gleich geht es mit dem erhofften Performance-Boost weiter.

Datensicherung und Image

Zwei Dinge, die gerne verwechselt werden. Eine Datensicherung machen Sie (möglichst oft), um für den Fall eines Festplattendefekts oder einem Totalausfall des Systems noch Ihre wichtigen Dokumente und Dateien auf einem zweiten Medium zur Verfügung zu haben.

Zum Unterschied davon, bewirkt eine Image-Sicherung, dass eine komplette Kopie der Festplatte auf dem Sicherungsmedium abgelegt wird. Diese Art des Backups besteht nicht nur aus den einzelnen Daten (Programme, Einstellungen, Dateien, Dokumente), sondern enthalten sämtliche Informationen der gesicherten Platte. Dazu gehören alle Informationen zum Boot-Sektor (MBR), zu den Partitionseinstellungen der Platte, die gesamte Registry-Datenbank – einfach die gesamte Platte. Mit dieser Art der Sicherung werden Sektoren und deren Bits und Bytes gespeichert und keine Anzahl von Dateien.

Image-Recovery

Dementsprechend einfach ist – im Normalfall – auch die Wiederherstellung einer (defekten) Festplatte aus einer Image-Sicherung. Ist das neue Medium groß genug, so wird die ursprüngliche Platte dort 1:1 abgebildet. Von dieser kann dann anstandslos gebootet werden.

Je besser das genutzte Programm zur Image-Erstellung, umso vielfältiger auch die Möglichkeiten der Wiederherstellung und Anpassung auf das neue Zielmedium während des Recovery.

Das Bootmedium

Ein Festplattenwechsel in einem PC ist mittels Imaging recht einfach, da die neue Festplatte für die Image-Kopie zusätzlich angeschlossen werden kann. Image-Erstellung und dessen Kopie ist also in einem Vorgang zu erledigen.

Bei einer Festplattenmigration eines Notebooks gibt es einige Besonderheiten, da es nur eine „verbaute“ Festplatte gibt. Die neue kann nur installiert werden, wenn die alte ausgebaut wird. Also: entweder, oder. Die Lösung liegt in der Erstellung eines bootfähigen Datenträgers (meist vom Imaging-Programm als Feature angeboten). Damit wird eine CD oder ein USB-Stick derart konfiguriert, dass der Rechner davon starten kann und im nächsten Schritt auch die Wiederherstellung auf der neuen Platte geleistet wird.

Der gesamte Vorgang als Praxis-Video

Ist der gesamte Vorgang in der Theorie zu komplex? Unser Praxis-Video zeigt die einzelnen Schritte anschaulich im Detail – den Umbau der Hardware, den Einsatz von Imaging-Software und die notwendigen Nachbearbeitungen des Windows 7-Betriebssystems.

Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge sind wie immer gerne in den Kommentaren gesehen.

 


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2 Antworten

  1. Max sagt:

    Habe einiges neues hinzugelernt, danke für den tollen Beitrag :]

  1. 14. April 2014

    […] Ist die ISO-Datei hingegen auf dem Zalman abgelegt, so kann mit dem Recovery unmittelbar nach dem Tausch der defekten Platte gestartet werden. Gleiches gilt bei einer Migration einer SATA-Festplatte auf die schnelle SSD-Variante. […]

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