Lebt der Webserver? Website-Monitoring!

Die Verfügbarkeit von Serversystemen und Netzwerkkomponenten ist kritisch im Unternehmensumfeld. Einem System, meist außer Haus gehostet, sollte größte Aufmerksamkeit gewidmet werden: dem eigenen Webauftritt.

Die Visitenkarte im Web

Obwohl heute sämtliche Social-Media-Möglichkeiten den Web-Alltag – auch im Business-Umfeld – bestimmen, sollte eine Präsenzform nach wie vor im primären Fokus bleiben: die eigene Website. Hier landen schließlich der interessierte Kunde sowie all jene, die mehr und ausführlichere Informationen abrufen wollen.

Mehr als nur eine Imagefrage ist die eigene Homepage, wenn dort Waren oder Dienstleistungen verkauft werden. Auch die Funktion einer Anmeldeseite oder eines Veranstaltungskalenders sollte ständig erreichbar sein.

Renommee und Bares

Je nach Funktion des eigenen Webauftritts ist ein Ausfall schnell mehr als nur eine technische Störung. Das Image des Betreibers wird in den schnelllebigen Zeiten des Web 2.0 durch eine Nichterreichbarkeit der Homepage rasch beschädigt. Wird der Online-Auftritt aber für die direkte Geschäftsabwicklung genutzt, so ist der Schaden eines Stillstands schnell in mehrstelligen Eurobeträgen zu beziffern – Imageschaden inklusive. Hier wird eine 24×7-Erreichbarkeit überlebenswichtig.

Website-Monitoring: Antwortzeiten der Seite messen

Die Vielfalt der Störungen

Wie bei jedem anderen kritischen Serversystem hängt der OK-Status des Webservers von vielen Kriterien ab. Nur weil die Einstiegsseite problemlos im Browser aufgebaut wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass die Funktion des Systems gegeben ist. Die Überwachung des Servers muss dessen Aufgaben angepasst sein.

Die Ursache für einen Alarm bedarf also einer individuellen Definition. Klar, der Ausfall der Hardware wird eskaliert. Dies sind aber meist die einfacheren Fälle einer Störung, da die Ursache auf der Hand liegt. Weitaus komplexer sind jene Situationen in der Praxis, wo eine Überlastung die Ursache für die Nichtverfügbarkeit darstellt. Auch der Ausfall einer Komponente – vom PHP-Fehler bis hin zum Datenbank-Crash – wird von einfachen Prüfungsmechanismen nicht bemerkt. System-Monitoring ist an erster Stelle Systemanalyse.

Monitoring, aber wie?

Die automatisierte Überwachung wird heute von vielen Herstellern als einfaches Out-of-the-Box-Feature beworben. Eine Argumentation aus der Marketingabteilung. Ohne eine davor geschaltete Analyse der Funktion eines Systems versagt die beste Überwachungssoftware kläglich. Aufgabe des eigenen Monitoringsystems ist es, die Funktion des (Web)Servers mit allen ihm aufwendig hinzuprogrammierten Anwendungen zu prüfen. Was nutzt es, wenn der Apache-Server brav den Status „ok“ zurückmeldet, aber sich kein Besucher im Portal oder Shop anmelden kann? Welche Parameter und Vorgänge automatisiert geprüft werden müssen, kann nur nach einer individuellen Analyse der durch den Server bereitgestellten Services festgelegt werden.

Das „gefühlte“ Monitoring

Professionelle Webauftritte verschlingen gutes Geld. Neben der Programmierung und Anpassung ist es vor allem die Optimierung der „User-Experience“, die eine ständige Überarbeitung zur Folge hat. Immer mehr Möglichkeiten sollen dem Besucher zur Verfügung gestellt werden. Der Nutzen für den potentiellen Kunden und den treuen Stammbesucher steht im Mittelpunkt.

Damit kommt zur traditionellen Aufgabe des Monitorings von Ausfällen und Verfügbarkeitskriterien eine ganz neue Problematik hinzu. Erreichbarkeit ist nicht mehr ausreichend! Die Ladezeit der Seiten und Prozesse entscheidet zusehends über die Zufriedenheit des Nutzers. Verfügbarkeit wird damit zu einer Gefühlssache des Web-Surfers. Und genau auf diese Umstände muss das Monitoring angepasst werden.

Anpassen und Prüfen

Die stete Überarbeitung der einzelnen Seiten und Serverfunktionen ändern auch sämtliche Messdaten der Website. Mit einer einmaligen Prüfung ist hier keine Gewährleistung möglich. Schon eine einzige geänderte Flash-Animation kann die lange ausgearbeitete Leistung des Servers ausbremsen. Die ständige Überwachung der Gesamtladezeit einer Seite bietet die Grundlage für eine Alarmstrategie. Wechselt die Monitoring-Ampel für längere Zeit von grün auf gelb, so beginnt der eigentliche Troubleshooting-Prozess.

Viele Komponenten, viele Sensoren

Die Ursache eines langsamen Seitenaufbaus kann vielfältig sein. Vielleicht ist es nur ein Bild, eventuell bloß ein nicht optimiertes Stück Code, welches das gesamte Resultat negativ beeinflusst. Manchmal funkt aber auch die Datenbank-Engine einer angesprochenen SQL-Datenbank dazwischen. Und ein anderes Mal ist einfach die CPU des Servers über die Jahre zu schwach geworden oder der zu geringe Hauptspeicher bremst das ansonsten optimale System aus.

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Ein optimal konfiguriertes Monitoring spielt an dieser Stelle seine Stärke aus: Einsparung von Zeit bei der Fehlersuche. Auf einer Übersichtsseite wird die wahrscheinliche Ursache dem Administrator präsentiert. Hier ist dann der Startpunkt für Verbesserungen.

Trendüberwachung

Ob die gewählte Hardware den Anforderungen genügt ist keine einfach zu beantwortende Frage. Meist erfolgt die Festlegung der Serverspezifikation zu Beginn eines Webprojekts. Die auf dem grünen Tisch getroffene Entscheidung mag für Monate die richtige sein. Die neu eingeführte Marketingstrategie macht mit einem Schlag alles zunichte.

Plötzlich ist die Performance des Servers – zu gewissen Zeitpunkten – nicht mehr tragbar. Eine Pressemeldung mag genügen und die Website verhält sich kurzfristig wie von Hackern angegriffen. Was nutzt die ausgeklügeltste Werbestrategie, wenn die (hoffentlich) in Scharen reagierenden Interessenten ein reaktionsloses Portal vorfinden. Ein Stresstest vorab wäre eine gute Idee gewesen. Und die Überwachungssoftware hätte die Schwachstelle im Vorfeld ausgemacht.

Rechtzeitig reagieren!

Website-Monitoring ist mehr als eine einfache Abfrage der Ping-Antwortzeit oder eine Prüfung des Http-Dienstes. Die Überwachung der gesamten Interaktion mit dem Besucher ist gefragt. Gesamte Transaktionen sind zu kontrollieren. Erst die Auswertung des Ergebnisses einer ganzen Aktionskette (Anmeldung zum Newsletter, Simulation eines Testkaufs im Online-Shop, etc.) gibt Gewissheit über die Funktionsfähigkeit des Systems.

Erst die (langfristige) Analyse durch ein automatisiertes Überwachungssystem ermöglicht die zwei entscheidenden Komponenten für einen optimalen Betrieb des Webservers: eine übersichtliche Aufstellung der wichtigsten Auslastungsparameter und eine sofortige Alarmierung bei Problemfällen. Nur so ist die Grundlage für weitere Entscheidungen gegeben, die Ihren Webauftritt zu einer optimalen Besucheranlaufstelle machen.

 


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Eine Antwort

  1. 11. Februar 2015

    […] den klassischen Kandidaten im Netzwerk bietet sich vor allem auf dem Webserver die Überwachung der CPU-Auslastung (u.a.) an. Fallen die Antwortzeiten des Systems unter einen […]

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